Die Auswahl eines geeigneten "semi-transparenten Spiegels"
Die Auswahl des richtigen Spiegels, der immer noch ausreichend Licht für die dahinter liegende Kamera durchlässt, gestaltete sich als ein nicht-trivales Unterfangen.

Die Probleme, die beim Einsatz eines einfachen "Spion-Spiegels" auftreten, sind bereits bei der Vorstellung gängiger Internet-Bauanweisungen erläutert worden. Sie lassen primäre alle zu wenig Licht durch und sind zu "dunkel".
Bei hochwertigen kommerziellen Teleprompter-Systemen, wie sie in der Fernseh- und Videoproduktion eingesetzt werden, kommen daher häufig Umlenk-Spiegelsysteme mit einem Transmissionsverhältnis von "40R60T" zum Einsatz.
Dabei werden etwa 60% des einfallenden Lichtes durch den Spiegel hindurch geleitet (Transmission) und etwa 40% des Lichtes werden von ihm reflektiert (Reflective). Ein normaler Schminkspiegel sollte somit also einen Wert von "100R0T" aufweisen - von Absorbtitionsverlusten einmal abgesehen.
In Fall des Teleprompter bedeutet dieses, dass nur 40% des Lichtes des Monitorbildes (mit dem Text) vom Sprecher gesehen werden, dieser muss entsprechen hell projizieren. Ein Verhältniswert von 40R60T (oder gar 30R70T) lässt sich mit einem herkömmlichen (Spion-) Spiegel nicht einmal annähernd erreichen.
Was wird also brauchen, ist ein echter optischer Strahlenteiler ...
Einsatz eines hochwertigen professionellen Strahlteilers
Ein Strahlteiler ist ein optisches Bauelement, das einen einzelnen Lichtstrahl in zwei Teilstrahlen trennt.
Ein sehr einfacher Strahlteiler ist eine Glasscheibe, die in einem Winkel von 45° in den Strahlengang eingebracht wird. Ein Teil des einfallenden Lichts wird an der Oberfläche der Scheibe im Winkel von 90° reflektiert, ein weiterer Teil durchdringt die Scheibe.
Durch Aufbringung einer geeigneten, teilreflektierenden Beschichtung auf die Oberfläche der Scheibe kann der Strahl auf diese Weise in zwei Strahlen gleicher Intensität geteilt werden (halbdurchlässiger Spiegel) ... (Quelle: "Wikipedia").
Auf der Suche nach passenden optischen Gläsern ...
Nach intensiver Recherche haben wird dann die Firma Prinz-Optics gefunden, die uns genau so einen Strahlteiler bzw. ein solches optisches Glas anbieten konnten.
Sie bietet diese "Gläser" (ja, es ist ein Glas !) individuell in der gewünschten Größe und Bauform an.
Dazu haben wir erst mal genau geschildert, was aufgebaut werden sollte und die entsprechenden Maße festgelegt.
Die folgenden Produkte standen uns dann zur Auswahl:
"Für Anwendungen in Fahr- und Flugsimulatoren und als Teleprompter muß Licht farbneutral (achromatisch) in Transmission und Reflexion aufgeteilt werden, die Rückseite ist entspiegelt zur Vermeidung von Doppelbildern." (Quelle: PrinzOptics)
| Filtertyp | Transmission | Reflexion |
|---|---|---|
| AT80 | 80±2% | 20±2% |
| AT70 | 70±3% | 30±3% |
| AT60 | 60±4% | 40±4% |
| AT50 | 50±5% | 50±5% |
Wir entschieden uns zunächst für einen AT70-Teiler mit einer Glasstärke von 5mm, denn immerhin hatte unsere "Prompter-Scheibe" ja ein stattliche Größe von 60cmx53cm.
Diese Fläche ist dadurch bedingt, dass wir sie ja in einem Winkel von 45-Grad einsetzen. Das ist ja doch schon ein beachtliches Prisma ...
Als Beschichtung wählten wir dann eine normale AR1-Entspiegelung für die Rückseite der Scheibe, so dass eigentlich keine signifikanten Doppelbilder entstehen sollten.
Die Erfahrung macht es dann aus ...
Mit dem ersten Spiegelscheibe waren wir leider gar nicht gleich zufrieden. Dies lag aber nicht am Hersteller selbst, sondern ist in der Tatsache begründet, dass wir ja gar keinen Teleprompter, sondern eine hochauflösende Monitorbildumlenkung mit immerhin 1680x1050 Bildpunkten, realisieren wollten.
Hier sorgen bereits feinste Spiegelungen für eine unscharfe Darstellung durch Schattenbildung bei feinen Strukturen, wie z.B. sehr kleinen Buchstaben. Bei einem echten Teleprompter-Einsatz, der lediglich aus großer Entfernung lesbare Texteinformation darstellt, wäre ein solcher Effekt vermutlich gar nicht aufgefallen.
Je nachdem, auf welche Seite, man nun die Entspiegelung legt, ergibt sich dabei ein Geisterbild in die eine oder andere Richtung (oberhalb bzw. unterhalb). Grundsätzlich dreht bei dieser Art der Projektion das Darstellungsbild um, was aber durch die spezielle Grafikkartentreiber kompensiert werden kann.
Letzlich resultiert beides aber in einer unscharfen Schriftdarstellung:
Deutlich sichtbare Doppelkonturen machten die längere Arbeit am Bildschirm nahezu unmöglich oder man musste die Auflösung ganz erheblich reduzieren. Der Effekt war vergleichbar mit einer langen und sehr schlechten analogen VGA-Übertragungsstrecke hin zum Monitor. Natürlich nutzen wir hier die rein digitale DVI-Schnittstelle.
Die Lösung des Problems war letzlich der Tausch des Strahlteilers in eine Version mit der deutlich dünneren Glasstärke von nur noch 3.3mm, die bei diesem Glasamessungen gerade noch zu veranworten war. Auch wurde nun eine deutlich verbessere AR4-Entspiegelung (Reflexion < 1% für λ= 450 nm - 650 nm) gewählt.
Das (rechte) Ergbnis konnte dann letzlich wirklich Überzeugen:
Mann muss bedenken, dass wir hier eine Bildschirmauflösung von 1650x1050 Bildpunkten nutzen, bei der sich jeder kleine Abbildungsfehler im Rahmen der Umlenkung sehr stark bemerkbar macht.
Anfragen für solche diese Spiegel richtet man am Besten an info@prinzoptics.de.







