Interaktive Übungsbeispiele zum Thema "Electronic-Mail Transport"

Die in der Internet-Architektur genutzen Standard-Protokolle für die Übertragung und den Abruf von Nachrichten (Electronic Mails) sind u.a. das Simple Mail Transport Protocol (SMTP, RFC 5321), das Post Office Protocol Version 3 (POP3, RFC 1939) und das Internet Message Access Protocol Version 4 (IMAP4, RFC 3501).

Die Arbeitsweise und der Ablauf einer Übertragung mit diesen STD-Protokollen werden in der Vorlesung exemplarisch und stellvertretend für eine Vielzahl weiterer Anwendungsprotokolle etwas genauer behandelt. 

Nachfolgend finden Sie dazu einige interaktive Vorlesungsbeispiele nochmals in ihrem Ablauf am Bildschirm dokumentiert.

Ermittlung des zugehörigen SMTP-Servers für eine "Domain"

Das Simple Mail Transport Protocol (SMTP) selbst stellt ein einfaches Anwendungsprotokoll zur Nachrichtenübermittlung zwischen SMTP-Server (bzw. Mail Transfer Agents, MTAs) dar. 

Eine E-Mail Nachricht kann auf zwei verschiendene Arten adressiert werden, d.h. in der Form

  • postfachname@domain
    oder
  • postfachname@smtphost.domain.

Im ersten Fall muss der absendende SMTP-Server zunächst den zugehörigen  Zielserver der Domain (@domain) ermitteln, in dem er dazu über das DNS den zugehörigen MX-Record der Domäne abruft.

Der Ablauf der Ermittlung gestaltet sich dabei analog zu dem Abaluf einer A-Record-Abfrage, jedoch mit dem Abfragetyp (querytype) "MX-Record".
 

Abruf von Nachrichten mit dem Post Office Protocol Version-3 (POP3)

Das Post Office Protocol Version-3 (POP3), aktuell beschrieben im RFC 1939,  stellt ein sehr einfaches Verfahren zum Abruf von Nachrichten (E-Mails) von einem zugehörigen POP3-Server (Port 110/TCP) dar.

Der POP3-Server verwaltet hierbei die Nachrichten eines Nutzers nummeriert in einer einzigen linearen Liste. Daher ist dieses Protokoll lediglich dafür gedacht, neue Nachrichten auf dem Server zu prüfen und unmittelbar abzurufen bzw. zu löschen, ggf. auch selektiv.

Für eine langfristige Speicherung oder gar die Verwaltung aller Nachrichten als zentrales Postfach, mit der Idee für einen Mehrfachzugriff durch unterschiedliche Systeme des Nutzers, ist es daher nicht geeignet. Bei der Nutzung des POP3 als Schnittstelle zu "Mailsystemen" ist hierüber i.d.R. auch nur der aktuelle Posteingang (Incoming-Folder) zu sehen.

Bei Abruf von Nachrichten über unsichere Netze ist grundsätzlich die POP3s Variante (POP3 mit SSL/TLS, 995/TCP) zu nutzen - sofern verfügbar!

Der zugehörige Ablauf des interaktiven Abrufs einer Nachricht wird im folgenden Beispiel am Bildschirm dargestellt.
 

Abruf von Nachrichten mit dem Internet Message Access Protocol Version 4 (IMAP4)

Das Internet Message Access Protocol Version 4 (IMAP4), aktuell beschrieben im RFC 3501, stellt gegenüber dem älteren POP3 ein deutlich leistungsfähiges Protokoll zum Abruf von Nachrichten von einem zugehörigen IMAP-Server (Port 143/TCP) dar.

Im Gegensatz zum POP3, wurde das IMAP aber gerade dafür konzipiert, die Nachrichten eines Nutzers direkt auf dem Server selbst zu verwalten. Dazu können sie dort in einzelnen Verzeichnissen (Mailboxen) strukturiert abgelegt werden. Ein Nutzer kann mit dem IMAP somit von mehreren seiner (mobilen) Systeme aus auf einen zentralen Postfachspeicher zugreifen.

Beim Verbinden mit der IMAP-Mailbox über unsichere Netze ist grundsätzlich die IMAP4s Variante (IMAP4 mit SSL/TLS, 993/TCP) zu nutzen - sofern verfügbar!

Der zugehörige Ablauf des interaktiven Arbeitens mit einer IMAP-Postfachspeicher wird im folgenden Beispiel am Bildschirm dargestellt.